Ottensener Maschinenfabrik,
heute Phoenixhalle I, Speichergebäude (von li.)

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Die Historie

Ein Gelände mit Geschichte
Blickt man heute in Stadtteilarchive und Museumsunterlagen, findet man unter "Phoenixhof" mit Sicherheit nichts, denn das Gelände hat seinen Namen erst 1996 erhalten. Sucht man allerdings unter "Ottensener Eisenwerk", wird man überhäuft mit Informationen aus den letzten 100 Jahren. Hier ein kleiner Überblick über die lange Geschichte eines Industriegeländes, heute bekannt als der "Phoenixhof".

Ottensen und seine Fabriken
Ottensen, bis 1871 noch ein Dorf, dann Kleinstadt am Rande des Städtegebiets Hamburg und Altona, entwickelte sich bereits im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der norddeutschen Metall- und Maschinenbauindustrie.
Die Gründung und Entwicklung der drei Ottensener Firmen Menck & Hambrock, Theodor Zeise und Pommée & Nicolay (später Ottensener Eisenwerk) stehen exemplarisch für die Geschichte der Ottensener Gießereien und Maschinenfabriken. Sie haben bis in die Gegenwart hinein die Geschichte dieses Stadtteiles geprägt.

Fischverarbeitung und Räucherei
Neben der Bedeutung für die Schiffteile und Maschinenproduktion entwickelte sich in Altona/ Ottensen schon früh ein weiterer bedeutender Zweig der Wirtschaft: die Fischverarbeitung. Das heute als Restaurant genutzte Räuchereigebäude, das den Hof nach Süden hin abgrenzt, beherbergte ehemals einen der bedeutendsten Fischverarbeiter.

Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts, als die im Gebäude ansässige Fischräucherei Andreas Lill ihre Blütezeit erlebte, zog sich der Komplex über eine Länge von fast 100 m hin. In regelmäßigen Abständen wurde das Gebäude von großen Schornsteinen gegliedert, die für ein Funktionieren des Räucherns Voraussetzung waren.

Erst mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 kam Ottensen neben den anderen Elbvororten und Altona zur Hansestadt. Der Name wird, ebenso wie die von Othmarschen und Bahrenfeld, von dem Ritter Otto von Bahren abgeleitet, der in dieser Region umfassende Ländereien besaß. Eine erste urkundliche Erwähnung des Stadtteils führt auf das Jahr 1256 zurück.

Die ursprüngliche Architektur der Phoenixhalle
1902 wurde das Fabrikgebäude als Produktionsstätte für Schiffsmaschinen mit Kesselhausanbau gebaut. Architekt seinerzeit war F. Beyerstedt.

Der Produktionsvorgang der Schiffsmaschinenfabrik machte einen hohen, dreischiffigen Hallenbau nötig. Er ermöglichte die Aufstellung und den Zusammenbau hoher Maschinen, den Einbau von zusätzlichen Arbeitsflächen (Galerien) und die Befestigung von Kranbahnen. Die Halle war zwar nach technisch-konstruktiven Gesichtspunkten errichtet worden, aus Repräsentationsgründen jedoch wurde eine historisierende Fassade vorgeblendet. Daneben befand sich das Bürogebäude.

Die Geschichte der Ottensener Eisenwerke A.G.
Die Ottensener Eisenwerke A.G. erfuhr Anfang des 20. Jahrhunderts eine stete Weiterentwicklung. Eintretende Wirtschaftskrisen wurden erfolgreich überwunden. 1915 erwarb sie sämtliche Geschäftsanteile der Ottensener Maschinenfabrik GmbH. Dieses Unternehmen hatte seine Produktion von Schiffsmaschinen auf dem heutigen Gelände des Phoenixhofes (Ruhrstraße / Schützenstraße) und repräsentierte die für Altona und Ottensen charakteristische Eisen- und Metallindustrie.

Die Ottensener Eisenwerke hatten nach den Weltkriegen eine sehr wechselvolle Entwicklung. In den 70er Jahren kaufte die Bau- und Montagegesellschaft mbH das Gelände. Im Rahmen der Neustrukturierung boten diese das Gelände der Baubetreuung Essen KG (GmbH & Co.) an, um die Schuldenlast zu verringern. Im Februar 1978 wurde das Gelände von der heutigen Phoenixhof KG übernommen. Bau und Montage blieb weiterhin Mieter und wurde nach dem Konkurs in kleinere, von den einzelnen Gesellschaftern geführten selbständigen Firmen zerschlagen: Die Firma Baumo als Spezialistin für Wärmetechnik war in der Phoenixhalle I ansässig, die Firma Böttcher & Gessner in der danebenliegenden Mittelhalle (jetzt Magistrale).

Die restlichen Flächen und Hallen wurden verschiedenartig genutzt, wie bspw. als Salz- und Bootslager die Phoenixhalle II, als Reifenhandel die Räucherei, als Tischlerei, Abbeizbetrieb und Antiquitätenlager die Phoenixhalle I, Schiffszubehörauslieferer, Textilhersteller und Schneider im Magazingebäude, Konservenlager in der Neuen Halle, Stahlbaufirmen in der Werkhalle, Filmdokumentation im Kontorgebäude sowie kleine Schrauber- und Reparaturbetriebe im Magistralgebäude. (Viele Mieter von damals befinden sich — aufgrund einer geschickten Umstrukturierung im Laufe des Umbaus und der Sanierung — noch heute auf dem Gelände oder auf den direkt angrenzenden Grundstücken.)

1993 begann die Umbau- und Sanierungsphase, die im Dezember 1997 mit der offiziellen Eröffnung der Phoenixhalle I, des Restaurants Atlas sowie des vorderen Teiles der Magistrale ihren ersten Höhepunkt fand.




Quellennachweise:
[1] Ottensen zur Geschichte eines Stadtteils
[2] Fabrikarchitektur in Hamburg
[3] Ottensener Eisenwerk A.G. Altona-Ottensen